Auch dieses Jahr ging es wieder für eine Gruppe aus drei Schulen unseres Landkreises zum Schüleraustausch in den Süden Australiens, nach Melbourne und Umgebung im Bundestaat Victoria. Mit 46 Schülerinnen und Schülern von der Gesamtschule Ebsdorfergrund, der Gesamtschule Niederwalgern und unserer GBS flogen wir im September ab. Nach 23 Stunden im Flugzeug mit einem Mal Umsteigen in Doha, der Hauptstadt von Dakar, kamen wir abends um 21 Uhr in Melbourne an, wo wir am Flughafen von unseren Gastfamilien bereits erwartet wurden vier Wochen lang wohnten wir bei unseren Gastfamilien mit Gastgeschwistern in unserem Alter und erlebten den australischen Familienalltag. So mussten wir mit unseren Geschwistern in die Schule gehen, trafen uns mit Freunden, feierten Familienfeste und verbrachten Wochenenden und eine Ferienwoche gemeinsam mit unseren australischen Familien. Dabei war es nicht immer einfach, sich an die Gewohnheiten der Gastgeber anzupassen. Am meisten Spaß gemacht hat uns das Surfen! Zuerst dachten wir es sei sehr schwer, doch als wir nach einem Einführungskurs schon nach wenigen Wellen auf dem Surfboard standen, waren wir begeistert. Mit den Neoprenanzügen ließ sich das 14°C kalte Wasser ertragen und 3 Stunden Surfen kamen uns vor wie 20 Minuten. Ein ganz besonderes Erlebnis waren auch die Tiere, wie z.B. ein Koala, der neben dem Bus auf der Straße hoppelte (die sieht man sonst nur schlafend auf den Bäumen) oder Papageien, die sich auf unsere Köpfe setzten und dort entleerten und Kängurus, die ihre Joeys (die Kängurujungen) im Beutel trugen. Australier lieben outdoor activities wie Camping, Bushwalking, Outdoor Sport, Barbecue oder Off Road Fahren. So schreckten sie auch nicht davor zurück, mit uns bei 3°C im Outback zu zelten.


Was in Australien anders ist als in Deutschland:

  • Die Autos fahren auf der linken Straßenseite und haben das Steuer rechts.
  • Die Sonne dreht sich anders herum um uns und ist mittags im Norden.
  • Wenn wir Winter haben ist in Australien Sommer (Weihnachten bei 40°C am Strand!!) und umgekehrt.
  • Australien ist ein sehr großes Land! Es ist fast so groß wie ganz Europa, hat aber nur 24 Millionen Einwohner (Deutschland hat alleine schon über 80 Millionen!).
  • In der Schule müssen alle Schülerinnen und Schüler immer Schuluniformen tragen, auch beim Sportunterricht. Dazu gehören auch die passende Sockenfarbe und der für alle gleiche Schulrucksack.
  • Die Schule geht jeden Tag von 9 – 15 Uhr.
  • Die Uhrzeit in Melbourne ist unserer Zeit 10 Stunden voraus.
  • Die Tiere in Australien sind ganz anders als im Rest der Welt. Viele Tiere tragen ihre Jungen im Beutel: Kängurus, Koalas, Ekidnas (Schnabeligel), fliegende Füchse, Wombats und andere. Es gibt viele bunte und seltsame Vögel, wie z.B. Emus und bunte Papageien. Im Meer gibt es Delphine, Haie und Wale. Alle diese Tiere bekommt man in der Natur auch zu sehen.
  • Australische Häuser sind oft sehr einfach gebaut. Sie haben keinen Keller und meist auch nur ein Stockwerk. In vielen Häusern zieht es und es ist kälter als in deutschen Häusern. Häufig gibt es auch nicht in allen Zimmern eine Heizung.

Unsere Zeit in Australien war eine großartige Erfahrung, die wir jedem empfehlen können. Wir freuen uns schon auf den Gegenbesuch unserer Gastgeschwister, die im Frühjahr 2016 für fünf Wochen zu uns kommen, um dann bei uns das Leben in einer deutschen Familie kennen zu lernen.

(von Julia Goldbach und Julian Zimmer)

Nachdem wir im April 2014 die Australier für 5 Wochen zu Besuch an unserer Schule hatten, ging es am 26. September nach Australien, wo wir nach 23 Stunden Flugzeit und 2 Stunden Zwischenstopp in Doha, der Hauptstadt von Katar, um 23 Uhr in Melbourne ankamen. Zusammen mit einer Zeitverschiebung von 10 Stunden brachte das unseren Biorhythmus erst einmal ordentlich durcheinander. Es blieb aber wenig Zeit uns einzugewöhnen, da in Australien noch eine Woche Ferien war, so dass einige von uns schon vom Flughafen aus mit den Gastfamilien 1800 km weit in den Urlaub fuhren bzw. am nächsten Tag mit der Familie nach Queensland weiterflogen.
So hatten wir uns schon bei unseren Familien auf der anderen Seite der Erde eingelebt, als wir nach den Ferien das erste Mal mit unseren Gastgeschwistern in die Schule gingen. Ungewohnt war dabei nicht nur das Tragen einer Schuluniform mit passenden schwarzen Schuhen, sondern auch das etwas andere Schulleben und die manchmal ganz anders als in Deutschland aussehenden Schulgebäude.
Aber auch jetzt war nicht nur Schule angesagt: Neben einem gemeinsamen Tag in Geelong und einem Tag in Melbourne ging es für die deutschen Austauschschüler auch noch 3 Tage mit dem Bus auf die Great Ocean Road Tour. Sie begann mit einem Besuch der alten Goldgräberstadt Ballarat und führte von dort nach Warrnambool, an der Shipwreck Coast westlich von Melbourne. Dort gab es, neben ausgiebigem Baden im 17°C kalten Ozean, eine Lasershow zur Geschichte eines Schiffsuntergangs mit zwei in Australien berühmten Überlebenden zu sehen. Wir übernachteten in Ferienhütten und folgten am nächsten Tag der Great Ocean Road, vorbei an den Twelve Apostels, Felsen im Meer vor der grandiosen Steilküste, in den Regenwald der Otway Ranges. Dort ging es bei Regen (wie im Regenwald zu erwarten war) im Baumkronenpfad durch die Kronen großer Eukalyptusbäume. Auf dem weiteren Weg nach Apollo Bay wurde noch zum Koala-Spotting angehalten.
Nach einer weiteren Hüttennacht und einem Bird-Watching, bei dem einige von uns beim Füttern der australischen Vogelwelt fast selbst zum Vogelfutter wurden, hielten wir in Anglesea für ein wichtiges Aussie-Event: Surfen! Bei einem dreistündigen Surfkurs lernten wir den Volkssport der Aussies kennen. Die Kälte (unter den Anzügen war das 16°C kalte Wasser zu ertragen, aber die Hände und Füße starben langsam ab) und einige Schwierigkeiten sowie ein Surfunfall sorgten dafür, dass nicht alle gleich einen neuen Lieblingssport gefunden haben. Die Tour endete mit einem gemeinsamen Barbeque mit allen Gastfamilien in einer Grillhütte im Stadtpark von Geelong.
Es ist kaum zu glauben, wie kurz einem vier Wochen vorkommen können! Gerade als wir uns richtig eingelebt hatten und glaubten, ohne die australischen Tim-Tam-Riegel und fish'n chips nicht mehr leben zu können, hieß es Koffer packen für den langen Rückflug (30kg Gepäck sind nicht sehr viel; auch wenn die vielen Erinnerungen nichts wiegen). Einen tränenreichen Abschied und 24 Stunden Heimreise später waren wir zurück in Stadtallendorf, und jeder wusste: Australien, wir kommen wieder!

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