Nachdem wir im April 2014 die Australier für 5 Wochen zu Besuch an unserer Schule hatten, ging es am 26. September nach Australien, wo wir nach 23 Stunden Flugzeit und 2 Stunden Zwischenstopp in Doha, der Hauptstadt von Katar, um 23 Uhr in Melbourne ankamen. Zusammen mit einer Zeitverschiebung von 10 Stunden brachte das unseren Biorhythmus erst einmal ordentlich durcheinander. Es blieb aber wenig Zeit uns einzugewöhnen, da in Australien noch eine Woche Ferien war, so dass einige von uns schon vom Flughafen aus mit den Gastfamilien 1800 km weit in den Urlaub fuhren bzw. am nächsten Tag mit der Familie nach Queensland weiterflogen.
So hatten wir uns schon bei unseren Familien auf der anderen Seite der Erde eingelebt, als wir nach den Ferien das erste Mal mit unseren Gastgeschwistern in die Schule gingen. Ungewohnt war dabei nicht nur das Tragen einer Schuluniform mit passenden schwarzen Schuhen, sondern auch das etwas andere Schulleben und die manchmal ganz anders als in Deutschland aussehenden Schulgebäude.
Aber auch jetzt war nicht nur Schule angesagt: Neben einem gemeinsamen Tag in Geelong und einem Tag in Melbourne ging es für die deutschen Austauschschüler auch noch 3 Tage mit dem Bus auf die Great Ocean Road Tour. Sie begann mit einem Besuch der alten Goldgräberstadt Ballarat und führte von dort nach Warrnambool, an der Shipwreck Coast westlich von Melbourne. Dort gab es, neben ausgiebigem Baden im 17°C kalten Ozean, eine Lasershow zur Geschichte eines Schiffsuntergangs mit zwei in Australien berühmten Überlebenden zu sehen. Wir übernachteten in Ferienhütten und folgten am nächsten Tag der Great Ocean Road, vorbei an den Twelve Apostels, Felsen im Meer vor der grandiosen Steilküste, in den Regenwald der Otway Ranges. Dort ging es bei Regen (wie im Regenwald zu erwarten war) im Baumkronenpfad durch die Kronen großer Eukalyptusbäume. Auf dem weiteren Weg nach Apollo Bay wurde noch zum Koala-Spotting angehalten.
Nach einer weiteren Hüttennacht und einem Bird-Watching, bei dem einige von uns beim Füttern der australischen Vogelwelt fast selbst zum Vogelfutter wurden, hielten wir in Anglesea für ein wichtiges Aussie-Event: Surfen! Bei einem dreistündigen Surfkurs lernten wir den Volkssport der Aussies kennen. Die Kälte (unter den Anzügen war das 16°C kalte Wasser zu ertragen, aber die Hände und Füße starben langsam ab) und einige Schwierigkeiten sowie ein Surfunfall sorgten dafür, dass nicht alle gleich einen neuen Lieblingssport gefunden haben. Die Tour endete mit einem gemeinsamen Barbeque mit allen Gastfamilien in einer Grillhütte im Stadtpark von Geelong.
Es ist kaum zu glauben, wie kurz einem vier Wochen vorkommen können! Gerade als wir uns richtig eingelebt hatten und glaubten, ohne die australischen Tim-Tam-Riegel und fish'n chips nicht mehr leben zu können, hieß es Koffer packen für den langen Rückflug (30kg Gepäck sind nicht sehr viel; auch wenn die vielen Erinnerungen nichts wiegen). Einen tränenreichen Abschied und 24 Stunden Heimreise später waren wir zurück in Stadtallendorf, und jeder wusste: Australien, wir kommen wieder!

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